Abendgebet "Mit der Schöpfung im Einklang" Ruprechtskirche, 05.06.2003
- Lied: Höchster Allmächtiger (DweSs 501)
- Wir sprechen gemeinsam das Eröffnungsgebet
- Begrüßung, Einführung in das Thema
- Entzünden der Osterkerze
- Litanei zur heiligen Geistin
- Ruf: "Komm, heiliger Geist, heilige Geistin, komm!"
du Geist der Wahrheit
du Geist der Weisheit
du Richter der Mächtigen
du Erfinder neuer Sprachen
du leidenschaftliche Tänzerin
du Stifterin der Einheit
du Trösterin aller Müden
du Spenderin des Lebens
du Wasser des Lebens
du Atem des Lebens
du Atem und Herzschlag
du geheimnisvoller Atem
du Hoffnung der Armen
du Rettung im Schiffbruch unseres Planeten
du Kraft der Veränderung
du Licht der Herzen
du Stille mitten im Lärm
du leiser, zärtlicher Wind
du Rhythmus der Natur
du Flamme der Sehnsucht
du Glut der Hoffnung
du Feuer der Liebe
du Geheimnis der Schöpfung
erfülle die Herzen der Frauen
erfülle die Herzen der Männer
erfülle die Herzen der Kinder
erfülle alles was ist mit deiner Liebe
tröste die Weinenden
tröste die Kranken
tröste die Verzweifelten
tröste die im Dunkel der Unsicherheit sind
tröste die Verlassenen
tröste die, deren Liebe unbeantwortet bleibt
tröste die, deren Herzen hart und verschlossen sind
tröste die, deren Hoffnung erloschen ist
tröste die, deren Tränen nicht versiegen
verschaffe Recht den Rechtlosen
verschaffe Recht den vergewaltigten Frauen
verschaffe Recht den geschlagenen Kindern
verschaffe Recht den Menschen, denen ihre Würde genommen ist
verschaffe Recht den Frauen, deren Stimme nicht gehört wird
verschaffe Recht den Menschen, die verletzt sind aus Lieblosigkeit
verschaffe Recht den Frauen, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden
verschaffe Recht den Menschen, deren Glauben verachtet wird
verschaffe Recht der Schöpfung, die ausgebeutet wird
lass uns mit dir die Schönheit der Schöpfung loben
lass uns mit dir die Zartheit der Menschen erfahren
lass uns mit dir Gott in den Augen unserer Mitmenschen erfahren
lass uns mit dir die unendliche Vergebung Gottes erfahren
lass uns mit dir die Liebe Gottes weiterschenken
lass uns mit dir über unsere Grenzen hinweg grenzenlos lieben
lass uns mit dir werden, was wir sind
lass uns mit dir sein, was wir werden sollen
dass wir mit allen Kreaturen leben lernen
dass wir die Schätze der Erde gerecht verteilen
dass wir die Erde unseren Kindern bewahren
dass wir Gott und dem Mammon nicht zugleich dienen
dass wir mit der Schöpfung im Einklang leben
dass wir verantwortlich mit der Schöpfung umgehen
durchbrich unser Schweigen
tau uns auf
begeistere uns
schenke uns Bewusstheit und Offenheit
sprich in unser Chaos
begleite du unsere Schritte
schärfe unsere Augen, damit wir das Unrecht sehen
segne unsere Hände
schenke unseren Zungen Besonnenheit
zaubere ein Leuchten in unsere Augen und ein Lächeln auf unsere Lippen
lehre uns Nachhaltigkeit
führe uns zu solidarischem Handeln
schaff uns Pausen zwischen den Terminen
lass uns ausruhn in dir
erfülle uns mit Verlangen nach deinem Frieden
berühre unsere Sprachlosigkeit
versöhne uns mit der Luft, die wir verpesten
versöhne uns mit dem Wasser, das wir vergiften
mach uns geduldig mit allen Pflanzen, die zu nichts nützlich sind
mach uns aus Benutzern zu Hüterinnen
mach uns aus Profitberechnern zu Freunden der Erde
mach uns zum Werkzeug deines Friedens
erneuere unsere Wünsche und das Angesicht der Erde
erneuere unserer Verstand und das Angesicht der Erde
erneuere unsere Herzen und das Angesicht der Erde
nach Dorothee Sölle und Lothar Zenetti
- Lesung: Gen 1 (in der Übersetzung von Martin Buber)
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.
Finsternis über Urwirbels Antlitz.
Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: dass es gut ist.
Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott rief dem Licht: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht!
Abend ward und Morgen ward: Ein Tag.
Gott sprach:
Gewölb werde inmitten der Wasser
und sei Scheide von Wasser und Wasser!
Gott machte das Gewölb
und schied zwischen dem Wasser, das unterhalb des Gewölbs war
und dem Wasser, das oberhalb des Gewölbs war.
Es ward so.
Dem Gewölb rief Gott: Himmel!
Abend ward und Morgen ward: zweiter Tag.
Gott sprach:
Das Wasser unterm Himmel staue sich an einem Ort,
und das Trockne lasse sich sehn!
Es ward so.
Dem Trocknen rief Gott: Erde!
und der Stauung der Wasser rief er: Meere!
Gott sah, dass es gut ist.
Gott sprach:
Sprießen lasse die Erde Gespross,
Kraut, das Samen samt,
Fruchtbaum, der nach seiner Art Frucht macht
darin sein Same ist,
auf der Erde!
Es ward so.
Die Erde trieb Gespross,
Kraut, das nach seiner Art Samen samt,
Baum, der nach seiner Art Frucht macht
darin sein Same ist.
Gott sah, dass es gut ist.
Abend ward und Morgen ward: dritter Tag.
Gott sprach:
Leuchten seien am Gewölb des Himmels,
zwischen dem Tag und der Nacht zu scheiden,
dass sie werden zu Zeichen, so für Gezeiten so für Tage und Jahre,
und seien Leuchten am Gewölb des Himmels, über die Erde zu leuchten!
Es ward so.
Gott machte die zwei großen Leuchten,
die größre Leuchte zur Waltung des Tags
und die kleinere Leuchte zur Waltung der Nacht,
und die Sterne.
Gott gab sie ans Gewölb des Himmels,
über die Erde zu leuchten, des Tags und der Nacht zu walten,
zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott sah, dass es gut ist.
Abend ward und Morgen ward: vierter Tag.
Gott sprach:
Das Wasser wimmle, ein Wimmeln lebender Wesen,
und Vogelflug fliege über der Erde
vorüber dem Antlitz des Himmelgewölbs!
Gott schuf die großen Ungetüme
und alle lebenden regen Wesen, von denen das Wasser wimmelt,
nach ihren Arten,
und allen befittichten Vogel nach seiner Art.
Gott sah, dass es gut ist.
Gott segnete sie, sprechend:
Fruchtet und mehret euch und füllt das Wasser in den Meeren,
und der Vogel mehre sich auf Erden!
Abend ward und Morgen ward: fünfter Tag.
Gott sprach: Die Erde treibe lebendes Wesen nach seiner Art, Herdentier,
Kriechgerege und das Wildlebende des Erdlandes nach seiner Art!
Es ward so.
Gott machte das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art
und das Herdentier nach seiner Art
und alles Gerege des Ackers nach seiner Art.
Gott sah, dass es gut ist.
Gott sprach:
Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis!
Sie sollen schalten über das Fischvolk des Meeres,
den Vogel des Himmels, das Getier, die Erde all,
und alles Gerege, das auf Erden sich regt.
Gott schuf den Menschen in seinem Bilde,
männlich, weiblich schuf er sie.
Gott segnete sie,
Gott sprach zu ihnen:
Fruchtet euch und mehret euch und füllet die Erde
und bemächtigt euch ihrer!
schaltet über das Fischvolk des Meers, den Vogel des Himmels
und alles Lebendige, das auf Erden sich regt!
Gott sprach:
Da gebe ich euch
alles samensäende Kraut, das auf dem Antlitz der Erde all ist,
und alljedem Baum, daran samensäende Baumfrucht ist,
euch sei es zum Essen,
und allem Lebendigen der Erde, allem Vogel des Himmels,
alles, was auf Erden sich regt, darin lebendes Wesen ist,
alles Grün des Krauts zum Essen.
Es ward so.
Gott sah alles, was er gemacht hatte,
und da, es war sehr gut.
Abend ward und Morgen ward: der sechste Tag.
Vollendet waren der Himmel und die Erde und all ihre Schar.
Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte,
und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte.
Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, die machend Gott schuf.
Dies sind die Zeugungen des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein.
- Stille
- Freie Fürbitten
- Vater unser
- Friedensgruß
- Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn (DweSs 425)
- Segen:
- Lied: Um Himmelswillen gebt die Erde nicht auf (DweSs 502)
|
|