INTERNATIONALE IRAK-MISSION DES VERSÖHNUNGSBUNDES
28. November - 3. Dezember 2002
Nachdem die Regierung in Bagdad die Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 8. November 2002 akzeptiert hat, befinden sich wieder Waffeninspektoren auf dem Weg in den Irak.
Damit ist die Kriegsgefahr noch lange nicht gebannt: Denn wenn die Regierung der USA den Krieg will, wird sie einen Vorwand finden.
Krieg ist Krankheit, keine Lösung
(Eugen Drewermann)
- Die USA und Großbritannien haben zur Zeit entgegen aller verbalen Ankündigung keine Beweise, dass das irakische Regime über nennenswerte Potentiale von Massenvernichtungswaffen oder über Verbindungen zu Terrornetzwerken verfügt.
- Tatsächlich geht es um die Beseitigung eines unliebsam gewordenen Diktators und um den ungehinderten Zugang zum irakischen Erdöl, von dem die Wirtschaft der USA und Großbritanniens um jeden Preis profitieren wollen, weshalb militärische Stützpunkte dort aufgebaut und dauerhaft eingerichtet werden sollen.
- Der Krieg 1991 und die 12 Jahre dauernden Sanktionen haben zu einer humanitären Katastrophe geführt: Mehr als 1 Million Menschen sind bereits an den unmittelbaren Folgen des Embargos gestorben, nur 41% der Menschen im Irak haben sauberes Wasser zur Verfügung, 55% der IrakerInnen leben trotz der großen Ressourcen des Landes unterhalb der Armutsgrenze.
- Menschenrechte und Demokratie werden nicht durch Krieg, sondern durch beharrliche Arbeit an der Durchsetzung internationalen Rechts, durch die Verwirklichung wirtschaftlicher Gerechtigkeit und die Unterstützung demokratischer Bewegungen erreicht. Und nicht dadurch, dass Diktatoren je nach Nutzen zuerst unterstützt und durch Kriege, die unermessliches menschliches Leid verursachen, wieder abgesetzt werden.
Wir möchten uns für eine friedliche Lösung des Konflikts und die Aufhebung des Embargos aktiv einsetzen!
Auf Einladung des Mittelöstlichen Rates der Kirchen werden acht FriedensaktivistInnen vom 28. November bis 3. Dezember den Irak besuchen. Organisiert wird die Reise vom deutschen Zweig des Versöhnungsbundes. Ziel ist es, AugenzeugInnen des Lebens der Menschen nach 12 Jahren Embargo zu werden, Zeugnis zu geben von der Verbundenheit aller Menschen, zu hören, was ein neuerlicher Krieg für die Menschen im Irak bedeuten würde und durch Öffentlichkeitsarbeit nach der Reise den Protest gegen den Krieg zu stärken.
Die Delegation wird in Bagdad Gespräche mit christlichen, muslimischen und, wenn möglich, jüdischen Gemeinden führen, Krankenhäuser bzw. humanitäre Einrichtungen besuchen sowie mit VertreterInnen von humanitären Organisationen (wie UNICEF) und Friedensinitiativen (wie der amerikanischen "Voices in the Wilderness") zusammentreffen.
Für unseren österreichischen Zweig wird Reinhard Eckert, der Friedensdienst in Novi Sad geleistet und 2001 den Lehrgang Gewaltfreiheit absolviert hat, an der Reise teilnehmen.
WIR MÖCHTEN DIE IRAK-DELEGATION IN GEDANKEN BEGLEITEN
- Vom 1. bis 5. Dezember möchten wir für den Frieden im Irak fasten: Seit Beginn des "Krieges gegen den Terrorismus" sehen wir, wie sich die "neue Weltordnung" mit unbarmherziger Gewalt manifestiert. Militärische Gewalt wird als friedensschaffende Kraft propagiert. Durch unser politisches Fasten möchten wir Kraft schöpfen, um gegen diese subtile Vergiftung des Denkens der Menschen auftreten zu können. Fasten als Methode der aktiven Gewaltfreiheit hilft uns auch, uns der eigenen Anteile an der Gewalt,
der eigenen Mitschuld am Unrecht bewusst zu werden.
- Zum Abschluss des Fastens veranstalten wir am 5. Dezember gemeinsam mit der
Initiative "Christentum und Gerechtigkeit" um 19.00 Uhr ein
Friedensgebet
mit anschließender Agape in der Ruprechtskirche, 1010 Wien,
mit einem Bericht von Reinhard Eckert über die Irak-Reise.
Dazu laden wir euch herzlich ein.
Frieden - wie soll er je sein, wenn er nicht als Weg gesucht und beschritten,
sondern als Kriegsziel definiert wird? Verantwortung - was bedeutet sie noch, wenn man zur Verhinderung
des Bösen als erstes alles das selber tun muss, was man der Gegenseite vorwirft?
(Eugen Drewermann, angesichts der drohenden Militäroperation gegen den Irak im Februar 1998)
Wenn Sie sich an der Fastenaktion beteiligen und Texte zum Fasten haben möchten oder einen Bericht
über die Irak-Reise erhalten wollen, wenden Sie sich bitte an:
Internationaler Versöhnungsbund, österreichischer Zweig
Ledererg. 23/3/27
A – 1080 Wien
Tel./Fax: 01 408 53 32
Email: ivb@vip.at
Spenden bitte auf das Konto des Intern. Versöhnungsbundes, Konto Nummer: 92022553 bei der PSK (BLZ: 60000)