Kreuze in Taizé

Kreuze sind Frage-Zeichen. Beständig stellen sie uns Fragen. Eine wichtige lautet: Was bin ich für dich? Und eine andere: Liebst du mich?
Die Kreuze sind Symbol dafür, dass Gott immer noch da ist und nach uns fragt.

Die Kreuz-Ikone aus Taizé

Das Fragen Gottes zieht dich in das große Raumkonglomerat der Versöhnungskirche. Du durchwanderst die Hallen und dann erblickst du ganz vorne das Kreuz.
 
In Taizé legen wir jeden Freitag – nicht nur in der Karwoche – am Ende des Abendgebets die Kreuzikone in der Kirche auf den Boden. Jeder kann sich ihr nähern und die Stirn auf das Holz des Kreuzes legen, um so Christus seine Lasten und die anderer anzuvertrauen.
Dieses Gebet am Freitagabend lässt alle die am Kreuzweg Christi teilnehmen, die in ihrem Leben ein schweres Kreuz tragen: die seelisch oder körperlich leiden, die Kranken, die aus ihre Heimat Vertriebenen, die Opfer verschiedenster Ungerechtigkeiten.
(Fr. Alois)

Auf der Osterikone daneben scheint Jesus Christus auf einem Kreuz zu stehen. Bei näherer Betrachtung stellst du fest: es sind die von ihm zertretenen Tore der Unterwelt.

Das orthodoxe Kreuz auf der Versöhnungskirche

Du verlässt die Kirche wieder und entdeckst Zwiebeltürmchen am Dach.
Ursprünglich befand sich nur auf der orthodoxen Kapelle ein russisches Kreuz. Bei der Erweiterung der Versöhnungskirche wurden auf die Anbauten fünf weitere Zwiebeln mit russischen Kreuzen gesetzt.
Oberhalb des vom lateinischen Kreuz bekannten Querbalkens wird hier die INRI-Tafel angedeutet und unterhalb der Balken, auf dem Jesus stand. Dessen Querneigung symbolisiert den Übergang von der Hölle zum Himmel.

Das Kreuz in Form einer Taube

Vor der Kirche: Unzählige Jugendliche.
Als es begann, dass immer mehr und mehr Jugendliche nach Taizé kamen, trugen fast alle den "weißen Stein" (le caillou), wie ein Erkennungszeichen: Ein Stück Ton aus der Gegend von Taizé mit dem Daumenabdruck darin, der mit blauem Email ausgegossen war.
Wer siegt, dem werde ich einen weißen Stein geben und auf dem Stein steht ein neuer Name, den nur der kennt, der ihn empfängt. (Offb 2,17b)
Dieser Stein wurde später durch das berühmte Kreuz von Taizé abgelöst, einer Mischung aus Kreuz und Taube, also einem Symbol für den Heiligen Geist.

Schwestern von St. Andre

Zwischen den Jugendlichen: Geistliche Schwestern.
Auch sie haben ein Erkennungszeichen: das Andreaskreuz (das X ist auch von Bahnübergängen bekannt). Die Kongregation der Schwestern von St. André (Soeurs de Saint André, Andreasschwestern) wurde 1231 gegründet, in Tournais, damals Frankreich, heute Belgien.

Das Kreuz auf der Dorfkirche

In Taizé gibt es doch auch, wie in allen Dörfern der Umgebung, eine romanische Kirche! Du wanderst die Straße hinab ins Dorf. Von weitem siehst du bereits das Kreuz am Kirchturm.

Das Grab Fr. Rogers

Seit dem 23. August 2005 gibt es ein neues Kreuz auf dem Friedhof.

Eine Kreuz-Ikone in der romanischen Dorfkirche

Du betrittst die Kirche. Im Dunkel erspähst du eine Kreuzikone. Ein freundlicher, lebender, auferstandener Christus.
 
Das Kreuz ist bei uns nicht ein Symbol für das Leiden, sondern für die Auferstehung, für die Überwindung des Leidens. Also ein Zeichen der Hoffnung für uns. (Fr. Alois)

Das Kreuz am Friedhof

Vom Dunkel ins Licht. Dein Blick fällt auf ein schmiedeeisernes Kreuz auf einer Steinsäule.
 
Am Kreuz teilte Christus alles mit uns, auch das Schweigen Gottes: als Antwort auf sein Leiden erhob sich eine große Stille. Er erlebte, was es heißt, fern von Gott, ja von ihm verlassen zu sein. (Fr. Alois)

Du lenkst deine Schritte zurück nach Taizé. Dir ist eingefallen, woran dich dieses Kreuz erinnert.

Das Kreuz am Ortsende von Taizé

Am Ortsende von Taizé Richtung Ameugny befindet sich dieses große Wegkreuz.

Das Kreuz in der Krypta

Richtig: In der Krypta der Versöhnungskirche gibt es auch ein Kreuz.
 
Am Kreuz breitete Jesus die Arme aus, um die ganze Menschheit und die gesamte Schöpfung in Gottes Liebe zu sammeln. In ihm zeigt sich die Güte Gottes allen Menschen gegenüber. (Fr. Alois)

Das Herzkreuz

Noch einmal: Die Versöhnungskirche. Demütig, aber selbstverständlich steht ein Vortragekreuz im Altarraum.
 
Ein Kreuz, das nicht übermächtig, sondern sehr diskret ist. An ihren Enden laufen die eisernen Kreuzbalken in vier Herzen aus. Das will deutlich machen, dass dieses Kreuz ein Ausdruck der Liebe ist. Aber - sehr diskret. Dieses Kreuz drängt sich nicht auf. Es erschlägt nicht. (Fr. Alois)

Es gibt keine Nächstenliebe ohne das Kreuz. Das Kreuz allein lässt uns erkennen, wie unergründlich tief die Liebe ist. (Fr. Roger, "Die Regel von Taizé")

Christoph Enzinger, Abendgebet mit Gesängen aus Taizé