Zeittafel über die Entstehung der Dombauhütten
im abendländischen Raum

Bis ins 13. Jhdt. arbeiteten großteils Mönche als Steinmetze und Bildhauer, es entstanden sogenannte Klosterbauschulen in denen das Handwerk gelehrt wurde. 

Nach der Jahrtausendwende entstanden die ersten weltl. Bauhütten im deutschen Raum : in Straßburg, Magdeburg, Würzburg und Speyer. 

Ab 1149 gibt es aber bereits Zünfte (Gesellschaft von Handwerksbrüder) welche mit einer Ordnung und Lade versehen waren. Die Bruderschaften arbeiten hauptsächlich im profanen Bereich. Zum Gegensatz der Bauhütten die für den Kirchen- und Klosterbau zuständig waren. 

Es bestanden aber immer Zwistigkeiten zwischen den Zünften und Bauhütten und so mussten strenge Ordnungen verfasst und eingehalten werden. Die Bruderschaft der Bauhütten hatten sich strengen Bestimmungen der Steinmetzordnung zu unterwerfen, wurden diese nicht eingehalten wurde der Geselle für "schwarz erklärt" aufgerieben, ausgehauen, und unter Umständen bewirkte dies, dass er nirgendwo im gesamten Reich mehr Arbeit erhielt. 

1275 Die Straßburger Bauhütte wurde als oberste Bauhütte anerkannt es gibt bereits 4 Haupthütten: Wien, Köln, Straßburg und Bern. 

1276-81 ist Rudolf I v. Habsburg (deutscher König) weltlicher Bruder der Bauhütte von St.Stephan. 

1275 Entstanden die ersten Bauhüttenordnungen in Straßburg, weitere Hüttenordnungen folgten 1397 von Trier, 1412 von Wien, weitere 1430 und 1435. 1445 wurde in Straßburg der erste große Hüttentag abgehalten. 

1459 Ordnung der Steinmetzen zu Regensburg 
1462 Ordnung der Steinmetzen zu Rochlitz (Steinmetzlied) 
1498 Ordnung der Steinmetzen zu Straßburg 
1563 Straßburger Ordnung - vermutlich die letzte und wichtigste Meisterversammlung.

 Durch die Reformation war man zur Gleichberechtigung beider Konfessionen gezwungen. Die Ordnungen konnten, da sie durch katholisch-christlichen Geist geprägt waren nun nicht mehr eingehalten werden und so kam es schließlich zum Zerfall und letztendlich zur Auflösung der Hütten. 

1498 wurden die Arbeiten am Berner Münster, 1509 der Kölner Dombau beendet. 

1525 wurde der Straßburger Dom, 1529 das Berner Münster lutheranisch. 

1529 standen die Türken vor Wien.

1610 erreicht das Handwerk einen wirtschaftlichen Tiefstand.

1623-43 versucht die Meisterschaft eine Handwerkssperre (weder Aufdingung, noch Freisprechung) dies führt zur Regeneration des Handwerks und zur Rebellion der Gesellen im Jahre 1629.

1643 entstand endlich eine neue Zeche, die auch sogleich aufzublühen begann. Die Handwerksgenossen begaben sich in den Schutz der Haupthütte Wien. 

1637 am 20.2. wurde unter Ferdinand III. in der Haupthütte zu St. Stephan in Wien die Vereinigung aller Steinmetzen- und Maurermeister beschlossen. Die Haupthütte verblieb in ihrer alten Würde, die drei Handwerkssiegel (der Hütte, der Steinmetz und Maurerzunft) wurden in die Bruderschaftsbüchse übernommen. Die alte Bauhütte hatte aufgehört zu bestehen, sie war nun selbst eine Zunft geworden, obgleich der Name Bauhütte beibehalten wurde.

Von 1644-1722 ließen sich 31 Oberhütten bei der Haupthütte Wien einverleiben. 

1677 wurde der Seitenaltar, unterhalb des Orgelfußes von Anton Pilgram, den 4 gekrönten Steinmetzheiligen geweiht. Im 17. Jhdt. gewann die Haupthütte Wien großes Ansehen, aber schon im nächsten Jhdt. Wurde durch die Auflösung der straffen Ordnung dies geschmälert. Am Reichstag von 1707 wurde bei Leibesstrafe verboten, dass Steinmetzen Vorladungen zur Haupthütte nach Straßburg, die seit 1681 französisch war, Folge leisteten, auch Schlichtungen von Streitigkeiten mussten der rechtmäßigen Obrigkeit Überlassen werden. 

1731 Durch Reichstagbeschluss und neuer Reichszunftverordnung unter Kaiser Karl VI. wurden den Zünften starke Einschränkungen auferlegt. 

1771 Den Zünften wird das Recht zur Erteilung von Meisterrechten entzogen und den staatlichen Behörden übertragen. 

1809 - 1859 wurden den Zünften weitere Einschränkungen auferlegt und Rechte entzogen. 

1859 schließlich wurden die Zünfte ganz aufgehoben, die Gewerbefreiheit eingeführt und an ihre Stelle traten Innungen und Genossenschaften. Die Gewerbeordnung von 1859 wurde beschlossen. 

Das Baugewerbegesetz von 1893 hat bis heute Gültigkeit und wird durch die Gewerbeordnung belegt. Die eigentlichen Nachfolger der mittelalterlichen Bauhütten sind die heutigen Dom-  und Münsterbauhütten. Sie stehen in keinerlei Verbindungen mit den Innungen und unterliegen nicht der Gewerbeordnung. 

Die Wiener Bauhütte, die im Jahre 1637 praktisch aufgelöst und mit den Zünften vereinigt worden war, erlebte im 18. Jahrhundert eine neue Blüte unter Maria Theresia. Verschiedene größere Renovierungs- und Umbauarbeiten im Zuge der Barockisierung des Domes waren notwendig. Aus diesem Grund soll ein Privileg der Kaiserin der Domkirche St. Stephan gestattet haben, zur Erhaltung des Baues eine Dombauhütte zu errichten.